Getestet: QIDI Tech X-One | Billigschrott oder „Best Bang for the Buck“?

Der QIDI X-ONE ist ein neuer 3D Drucker, erst seit wenigen Wochen am Markt. Wir haben den QIDI seit rund zwei Wochen und testen ihn bereits ausführlich. Für 449€ derzeit einer der günstigsten 3d Drucker am Markt und vor allem einer der günstigsten, wenn nicht der günstigste ready-to-print derzeit.

Erworben haben wir ihn bei Amazon, hier zu finden: LINK.
Lieferung erfolgte schnell und problemlos per UPS aus UK. Lieferdauer ca. 3 Tage ab Bestellung.

Er ist kaum größer als eine normale Kaffeemaschine. Auf den beigefügten Bildern sieht man auch den Größenvergleich, da unser Drucker direkt neben der Kaffeemaschine in unserem Büro steht.

XMAKER.de | QIDI Tech X-One
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Die *.gcode Dateien die der Drucker benötigt kann man ihm wahlweise per USB direkt vom PC aus einspielen (mag diese Möglichkeit jedoch nicht) oder einfach auf die beigefügte SD Karte laden und ohne dass ein PC an sein muss drauflosdrucken.
SD Kartenfach ist bequem seitlich angebracht und gut erreichbar. Einschaltknopf ist hinten angebracht und einfach zu ertasten.

XMAKER.de | QIDI Tech X-One
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Wir haben bisher nur PLA mit dem QIDI gedruckt, aber die Druckqualität ist überragend und wir traue uns den Qidi auf die selbe Stufe zu stellen wie den FlashForge Creator Pro von der Druckqualität. Die Layerhöhen von 0,10mm 0,15mm und 0,20mm haben wir bereits gedruckt. Alles tadellos, obwohl die PLA Spulen die wir gefüttert haben recht alt waren, niedere Qualität und schon länger offen standen.

XMAKER.de | QIDI Tech X-One
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Mittlerweile drucken wir auf dem dem Drucker beigelegten PLA Filament und die Qualität der Ausdrucke hat nochmals einen Sprung nach oben gemacht. Die beheizte Druckplatte ist in unseren Augen eines der wichtigsten Kriterien die ein 3D Drucker haben muss. Die Buildplate ist denkbar einfach zu leveln, wir hatten sie nach auspacken und hinstellen des Druckers innerhalb von zwei Minuten perfekt eingestellt. Wir drucken nicht auf dem BuildTak sondern auf einer Glasplatte die genau draufliegt (allerdings hat meine glasplatte andere Abmessungen als die Buildplate, macht aber nix. Wir haben bereits passende Platten geordert). Deswegen musste für den Höhenunterschied am Z-Achssensor ein kleines „Shim“ ausgedruckt werden um die genaue Höhe der Glasplatte auszugleichen.

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Der Drucker ist lauter als der FlashForge Creator Pro. Wer Probleme mit etwas mehr Lärm hat, sollte sich den QIDI nicht unbedingt in sein Büro reinstellen. Uns stört es weniger, da es eher hochfrequente Töne sind und wir diese in der unmittelbaren Umgebung des Druckers weniger störend empfinde als ein Raum weiter.

Der QIDI kommt sehr gut verpackt an, alles sitzt perfekt an seinem Platz. Da hat sich jemand wirklich Mühe gegeben und sich auch Gedanken gemacht wie man dem Kunden gleich von Anfang an eine keline Freude bereiten kann. QIDI Tech, Daumen hoch!
Im Lieferumfang ist auch erstmal alles enthalten was man benötigt um sofort loszulegen. Bei mir war ein EU Stromstecker auch mitenthalten. Das war selbst beim mehr als doppelt so teuren FlashForge nicht der Fall. Da hatten wir nur den UK Stecker. Es ist auch allerhand Werkzeug beigelegt, ob man das braucht wird sich herausstellen. Anfangs erstmal kaum. Der Drucker muss nur aus der Kiste geholt werden, hingestellt werden, Filamentspule drauf, Drucker einschalten, vorheizen, Filament einfüttern, fertig!

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Auf der beigelegten SD Karte ist alles wichtige mitenthalten. Ein Readme PDF dass den Namen Bedienungsanleitung auch wirklich verdient hat. Man sollte aber des Englischen mächtig sein. Was in der heutigen Zeit aber kein Thema sein sollte. Das Slicer Programm ist ebenfalls enthalten. Allerdings finden wir das eher sehr spartanisch. Wir nutzen für den QIDI deshalb Simplify3D. Es geht mit einem standard Cura oder Slic3er ebenfalls problemlos. Man muss nur die Bauart des Druckers, die Bauraumgröße eingeben und dann die Parameter nach seinen wünschen entsprechend abändern.

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Die Bedienung am Drucker ist sehr einfach, per Touch Display. Der reargiert extrem gut auf die Eingabe, besser als manches Android Smartphone da draussen am Markt. Die Menüführung ist nicht perfekt, etwas seltsam gestalltet, aber man findet sich zurecht.
Warum man beim einfüllen des Filaments selbst die Düse vorheizen muss vorher? Vermutlich weil das Gerät nicht weiss welches Filament man eingibt und man den Schmelzpunkt daher lieber selbst bestimmen sollte.

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Die einzige Problematik die wir bisher sehen ist die Firmware. Es ist uns nicht bekannt ob man diese updaten kann und wie. Haben bislang noch keine derartige Möglichkeit gefunden. Und der Hersteller scheint auch keine Webseite oder sowas in der Art zu haben, wo man diese runterladen könnte. Die Frage bleibt also erstmal offen!

Wer also einen günstigen Ready-to-print Drucker sucht und trotzdem tolle Druckqualität und Produktqualität sucht, der ist mit dem QIDI sehr gut bedient. Das Gehäuse ist aus stabilem Metall, was sich auch beim Drucken bemerkbar macht. Selbst wenn der Druckkopf bei Infills mit hoher Geschwindigkeit die Honeycombs ausdruckt wackelt nichts! Da vibriert mein Flashforge durch die Kunststoffabdeckungen schon erheblich mehr.

Wir können bisher nach rund zweiwöchigem Intensivtest nur eine uneingeschränkte Kaufempfehlung ausgeben. Wir hätte nicht erwartet für das Geld so eine Qualität zu bekommen! Um die Eingangsfrage also zu beantworten: Billigschrott oder „Best Bang for the Buck“? Auf jeden Fall zweiteres! Respekt QIDI.

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